UNESCO
Demokratie- und Menschenrechtsbildung
Juni 2026
Anne Frank Tag
April 2026
#everynamecounts der Arolsen Archives
Im Anschluss an eine eindrucksvolle und bewegende Klassenfahrt nach Weimar haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 am internationalen Crowdsourcing-Projekt #everynamecounts der Arolsen Archives beteiligt. Damit setzten sie ein starkes Zeichen für Erinnerungsarbeit, Menschenrechte und demokratische Verantwortung.
Ende April weilten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 zu ihrer Klassenfahrt in Weimar, welche einen festen Programmpunkt alljährlich im Ablauf des Schuljahres einnimmt. Ein besonders prägender Programmpunkt war der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald. Im Rahmen einer Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler umfassende Einblicke in die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers, das Schicksal der Inhaftierten sowie die menschenverachtenden Zustände und Verbrechen, die dort durch das NS-Regime verübt wurden. Die Auseinandersetzung mit den Grausamkeiten während der Zeit des Nationalsozialismus und die Beschäftigung mit der Befreiung des Lagers hinterließen bei vielen einen bleibenden Eindruck.
Aus diesen Erfahrungen heraus bot sich die Teilnahme am Projekt #everynamecounts in besonderer Weise an. Bei diesem digitalen Erinnerungsprojekt helfen Freiwillige weltweit dabei, historische Dokumente zu digitalisieren und Daten von NS-Verfolgten zu erfassen. Hinter jedem Dokument steht ein individuelles Schicksal – und hinter jedem Namen eine Geschichte. Durch ihre Mitarbeit leisten die Schülerinnen und Schüler einen aktiven Beitrag dazu, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und historische Quellen für Forschung und Bildung zugänglich zu machen. Die Teilnahme an diesem Projekt wurde von Frau Kirschner, Journalistin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) für den Raum Gera, begleitet. Sie führte ein kurzes Interview mit den Jugendlichen sowie der Fachlehrerin zum Projekt #everynamecounts und stellte dieses noch am selben Tag im Programm des MDR vor.
Als UNESCO-Projektschule versteht unsere Schule Bildung nicht nur als Wissensvermittlung, sondern auch als Auftrag zur Förderung von Frieden, Menschenwürde und gesellschaftlicher Verantwortung. Das Projekt knüpft unmittelbar an die Grundsätze und Werte der UNESCO an und trägt den Säulen der UNESCO-Bildung in besonderer Weise Rechnung.
Die Teilnahme an #everynamecounts bildet damit einen weiteren wichtigen Baustein innerhalb unserer Menschenrechts- und Demokratiebildung. Sie zeigt, wie historisches Lernen mit aktivem Handeln verbunden werden kann. Unsere Jugendlichen setzen sich auf diese Weise mit Vergangenheit und Gegenwart auseinander und entwickeln Kompetenzen, die für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar sind: kritisch zu hinterfragen, Verantwortung zu übernehmen, sich selbst zu reflektieren und für die Rechte anderer einzutreten.
Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte keine Selbstverständlichkeit sind, ist diese Form der Bildungsarbeit von besonderer Bedeutung. Ziel ist es, junge Menschen dazu zu befähigen, verantwortungsbewusste Entscheidungen für ihr zukünftiges Leben zu treffen – Entscheidungen, die von Respekt, Menschlichkeit und dem Einsatz für eine friedliche Zukunft geprägt sind.
Mit ihrem Engagement bei #everynamecounts haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 eindrucksvoll gezeigt, dass Erinnerung nicht nur Rückblick bedeutet, sondern auch Auftrag für Gegenwart und Zukunft ist. Jeder erfasste Name ist dabei mehr als ein Datensatz – er ist ein Beitrag gegen das Vergessen.
Anja Küchler
Landeskoordinatorin der Thüringer UNESCO-Projektschulen
April 2026
Gegen das Vergessen
Geschichte zu lernen bedeutet mehr, als Daten und Fakten zu kennen. Es bedeutet, sich mit den Schicksalen von Menschen auseinanderzusetzen, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen und daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen. Aus diesem Grund gehört der Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald seit vielen Jahren fest zum Programm der Klassenfahrt der 9. Klassen der Staatlichen Regelschule „Georg Kresse“ Triebes.
Vom 20. bis 23. April 2026 weilten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Fächer Deutsch und Geschichte in Weimar. Neben den Wirkungsstätten von Goethe und Schiller stand auch in diesem Jahr der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Programm – ein Ort, der Geschichte nicht nur vermittelt, sondern spürbar werden lässt.
Während einer eindrucksvollen Führung erhielten die Jugendlichen Einblicke in das Leben der Häftlinge und die menschenverachtenden Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes. Das Betreten des Geländes durch das Eingangstor mit der Inschrift „Jedem das Seine“ hinterließ bei vielen einen bleibenden Eindruck. Der Rundgang führte entlang des ehemaligen Lagergeländes, vorbei an den erhaltenen Gebäuden bis hin zum Krematorium und machte das unermessliche Leid der Opfer greifbar.
Eine Schülerin schilderte ihre Eindrücke nach dem Besuch:
„14.00 Uhr nahm uns unser Tourguide in Empfang. Schon das Betreten des Geländes durch das Eingangstor verursachte ein Gänsehautgefühl. Die Torinschrift ‚Jedem das Seine‘ zeigt schon die Abartigkeit und die Demütigungen, denen die Häftlinge tagtäglich ausgesetzt waren. Unser Rundgang führte uns entlang des Stacheldrahtzaunes zu den wenigen noch erhaltenen Häusern, dem Pferdestall und dem Krematorium. Ich sah das Gelände, hörte die Worte unseres Guides und konnte es doch kaum glauben, was hier alles passiert war. Es machte mich traurig und betroffen zu erfahren, wie die Menschen hier behandelt wurden und unter welchen Bedingungen sie leben mussten. Es war ein bedrückendes Gefühl, jetzt selbst an diesem Ort zu stehen. Der Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, weil sich solche Verbrechen nicht wiederholen dürfen.“
Für unsere Schule ist dieser Besuch weit mehr als ein Programmpunkt einer Klassenfahrt. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Menschenrechts- und Demokratiebildung sowie der UNESCO-Arbeit. Die Begegnung mit einem authentischen Erinnerungsort ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, Geschichte bewusst zu erleben, historische Zusammenhänge zu verstehen und die Bedeutung von Menschenwürde, Toleranz und Demokratie zu erkennen.
Gerade in einer Zeit, in der Ausgrenzung, Hass und Extremismus wieder sichtbar werden, ist die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von besonderer Bedeutung. Der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald macht deutlich, dass Frieden, Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten sind. Sie müssen jeden Tag aufs Neue geschützt und gelebt werden.
Erinnern heißt Verantwortung übernehmen – gegen das Vergessen.
Januar 2026
Gedenken, Verantwortung und Demokratiebildung – Projekttag
Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2026 setzten sich die Schülerinnen und Schüler der beiden 10. Klassen der Staatlichen Regelschule „Georg Kresse“ im Rahmen eines Projekttages intensiv mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinander. Im Fach Ethik und Religion stand dabei das Erinnern an die Opfer des Holocaust ebenso im Mittelpunkt wie die Auseinandersetzung mit historischen, moralischen und gesellschaftlichen Fragestellungen.
Im Verlauf des Projekttages beschäftigten sich die Jugendlichen mit den geschichtlichen Hintergründen der Jahre 1939 bis 1945 und deren Auswirkungen – sowohl auf Deutschland insgesamt als auch auf die eigene Region. Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die gemeinsame Sichtung des Films „Schindlers Liste“. Während des Films bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler begleitende Aufgaben, die zur Reflexion anregen und das eigene Geschichts- sowie Demokratieverständnis vertiefen sollten. Ziel war es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Empathie, Verantwortungsbewusstsein und kritisches Denken zu fördern.
Als UNESCO-Projektschule sieht die Staatliche Regelschule „Georg Kresse“ es als ihre besondere Pflicht an, eine aktive und nachhaltige Gedenkkultur zum Thema Holocaust zu pflegen. Erinnerung wird hier nicht als rückwärtsgewandter Akt verstanden, sondern als wichtige Grundlage für demokratische Bildung und gesellschaftliches Handeln in der Gegenwart.
Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Erstarkens rechtsgerichteter Organisationen und Parteien gewinnt die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus erneut an Bedeutung. Der Projekttag sollte die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren, dass Demokratie, Toleranz und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder verteidigt werden müssen. Nur durch bewusstes Erinnern und kritisches Hinterfragen kann dazu beigetragen werden, dass sich die Verbrechen dieser Zeit nicht wiederholen.
November 2025
Erinnerung bewahren – Verantwortung übernehmen
Im Rahmen der Menschenrechts- und Demokratiebildung gehört die Auseinandersetzung mit regionaler Geschichte fest zum Bildungsauftrag unserer UNESCO-Projektschule. Ein besonderer Ort des Erinnerns befindet sich im Wald bei Mehla/Nässa. Dort steht, von einer kleinen Hecke umgeben, ein schwarzer Gedenkstein. Viele Menschen fahren täglich an ihm vorbei, ohne seine Geschichte zu kennen. Für unsere Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 soll dieser Ort jedoch nicht unbeachtet bleiben.
Der Gedenkstein erinnert an sieben junge Männer, die 1946 unschuldig Opfer sowjetischer Repression wurden. Sie wurden vom sowjetischen Geheimdienst NKWD beschuldigt, sogenannte „Werwölfe“ und damit Mitglieder einer nationalsozialistischen Untergrundorganisation zu sein. Beweise für diese Anschuldigungen lagen nicht vor. Dennoch mussten die Jugendlichen unter Zwang russischsprachige Dokumente unterschreiben. Ihr Schicksal war damit besiegelt. Am 4. Juni 1946 wurden fünf der jungen Männer hingerichtet, am 13. Juni 1946 folgten die beiden anderen.
Für die Angehörigen der Opfer ist es bis heute von großer Bedeutung, dass das Schicksal der sieben jungen Männer nicht in Vergessenheit gerät. Deshalb wurde vor rund 25 Jahren an diesem Ort ein Gedenkstein errichtet. Vor einigen Jahren übernahm unsere Schule dessen Pflege. Inzwischen ist es zu einer festen Tradition geworden, dass sich insbesondere die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 dieser verantwortungsvollen Aufgabe widmen.
Einmal im Jahr findet am Gedenkstein eine kleine Gedenkveranstaltung statt. Dabei werden die Namen der sieben Opfer verlesen und die Geschehnisse des Jahres 1946 in Erinnerung gerufen. Auf diese Weise erhalten die Namen auf dem Stein wieder eine persönliche Bedeutung: Hinter jedem Namen stand ein junger Mensch mit einer Familie, Hoffnungen und Zukunftsplänen.
Auch im November trafen sich um 13 Uhr bei herbstlich-kühlem Wetter Angehörige und Bekannte der Opfer sowie einige Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 mit ihrer Klassenleiterin Frau Kannenberg und Rektorin Undine Schröder am Gedenkstein. Gemeinsam gedachten sie der sieben jungen Männer und erinnerten an das Unrecht, das ihnen widerfahren war.
Wie in jedem Jahr wurde die Veranstaltung von Vertreterinnen und Vertretern des Ortes begleitet. Für einen würdevollen Rahmen sorgten zudem Musizierende aus Triebes und der Umgebung. Das gemeinsame Erinnern machte deutlich, dass die Ereignisse auch Jahrzehnte später nicht vergessen sind.
Für unsere Schülerinnen und Schüler ist die Teilnahme an dieser Gedenkveranstaltung weit mehr als eine schulische Tradition. An einem historischen Ort erfahren sie unmittelbar, welche Folgen Willkür, fehlende Rechtsstaatlichkeit und die Missachtung grundlegender Menschenrechte haben können. Geschichte wird dadurch nicht nur anhand von Lehrbüchern vermittelt, sondern mit konkreten Ereignissen aus der eigenen Region verbunden.
Gerade darin liegt die besondere Bedeutung solcher Erinnerungsorte für die Menschenrechts- und Demokratiebildung. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen geschützt und von jeder Generation neu verstanden und mit Leben gefüllt werden. Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich mit schwierigen und schmerzhaften Kapiteln der Geschichte auseinanderzusetzen.
Mit der Pflege des Gedenksteins und der Teilnahme an der jährlichen Gedenkveranstaltung übernehmen unsere Schülerinnen und Schüler Verantwortung für die Erinnerungskultur in ihrer Heimatregion. Sie tragen dazu bei, dass die sieben jungen Männer und das ihnen widerfahrene Unrecht nicht vergessen werden.
So ist der unscheinbare schwarze Stein am Waldrand weit mehr als ein Denkmal. Er ist ein Ort der Erinnerung, der Mahnung und des Lernens – und erinnert uns daran, wie wichtig Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Demokratie für unser Zusammenleben sind.
Janaur 2025
Holocaust - Gedenktag am 27. Januar 2025
Heute vor 80 Jahren befreite die Rote Armee die noch verbliebenen etwa 7000 Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Seit 1996 wird an diesem Tag der Millionen von Opfern, darunter etwa 2.7000.000 Jüdinnen und Juden gedacht, welche in den verschiedenen Konzentrations- und Vernichtungslagern der deutschen Nationalsozialisten ums Leben kamen.
Diesen Tag nehmen wir uns an der Staatlichen Regelschule „Georg Kresse“, Triebes zum Anlass, dass sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 in einem Projekt mit dem Holocaust an verschiedenen Stationen auseinandersetzen.
So begann der Tag mit allgemeinen Informationen zum Vernichtungslager Auschwitz und Birkenau. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten, diese Zeit deutscher Geschichte aufzuarbeiten und analysierten in einem Filmprojekt den Film „Schindlers Liste“.
Mit entsprechender Vorbereitung stellten die Schülerinnen und Schüler Schindlers konträren Charakter dar sowie seine ethische Entwicklung im Laufe des Films. Außerdem beschrieben sie die Szenen näher, in welchen das diktatorische System der Naziherrschaft zum Tragen kam.
Sie sollten ausführlich darstellen, wie das Sabbatgebet zu Beginn des Films und das Abbrennen sowie das Verlöschen der Kerze szenisch mit dem Schicksal der Juden in Deutschland verknüpft wurde.
Anhand der Aufgaben zum Film klärten die Schülerinnen, wie unterschiedliche Formen von Musik oder die zahlreichen Einblendungen zur zeitlichen Einordnung von Orten oder Geschehnissen die Wirkung des Films beim Zuschauer beeinflussen. Die zur Schau gestellte systematische Unterdrückung und Ermordung der Juden verfehlte die emotionale Wirkung bei den Jugendlichen nicht, denn die Atmosphäre im Raum war sehr gedrückt.
Abschließend diskutierten wir erst in Kleingruppen, später in der gesamten Klasse, warum dieser Film so wichtig für die Bildung von demokratisch denkenden und handelnden Jugendlichen ist. Einstimmig befanden die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10, dass es in der heutigen Zeit mit erstarkendem Rassismus unverzichtbar ist, an die Gräueltaten im Nationalsozialismus sowie die organisierte Verfolgung sowie Vernichtung unzähliger Juden und anderer Angehöriger verschiedener Völker oder Glaubensrichtungen zu erinnern.
September 2024
Projekttag der UNESCO-Projektschulen Thüringens
Anfang September 2024 nahmen sechs ausgewählte Schülerinnen und Schüler unserer Schule am gemeinsamen Projekttag des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen Thüringens in Erfurt teil. Unter dem Leitthema „Menschenrechts- und Demokratiebildung“ beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Bedeutung von Toleranz, Respekt, Vielfalt und historischer Erinnerung.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Geschichte des jüdischen Lebens in Erfurt. Auf einer Spurensuche durch die Thüringer Landeshauptstadt besuchten die Schülerinnen und Schüler bedeutende historische Orte. In der Alten Synagoge erhielten sie Einblicke in die Geschichte und Kultur der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde. Auch die Kleine Synagoge sowie die mittelalterliche Mikwe, das jüdische Ritualbad, waren Stationen des Projekttages. An diesen authentischen Orten konnten die Jugendlichen erfahren, wie jüdische Bürgerinnen und Bürger über Jahrhunderte hinweg in Erfurt lebten und welche Bedeutung ihre Religion und Kultur für die Stadtgeschichte hatten.
Mithilfe digitaler Medien erkundeten die Teilnehmenden zudem das ehemalige jüdische Viertel Erfurts. So konnten sie nachvollziehen, wie sich das jüdische Leben im Laufe der Jahrhunderte entwickelte und welche Spuren davon bis heute erhalten geblieben sind. Die Verbindung von historischen Schauplätzen und moderner Technik machte Geschichte besonders anschaulich und unmittelbar erfahrbar.
Der Projekttag vermittelte jedoch nicht nur historisches Wissen. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit führte immer wieder zu Fragen, die auch für unsere Gegenwart von großer Bedeutung sind: Wie können wir Vorurteilen und Ausgrenzung begegnen? Warum müssen Menschenrechte und demokratische Werte geschützt werden? Und welchen Beitrag kann jeder Einzelne zu einem toleranten und respektvollen Zusammenleben leisten?
Eine weitere wichtige Erfahrung war die Begegnung mit Schülerinnen und Schülern anderer UNESCO-Projektschulen Thüringens. Der gemeinsame Austausch machte deutlich, wofür das UNESCO-Schulnetzwerk steht: für Weltoffenheit, Frieden, Menschenrechte, kulturelle Vielfalt und die Bereitschaft, Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen.
Unsere sechs Schülerinnen und Schüler kehrten mit vielen neuen Eindrücken, Erkenntnissen und Denkanstößen zurück. Ihre Erfahrungen können sie nun auch in unsere Schulgemeinschaft hineintragen und beispielsweise im Religions- oder Ethikunterricht von den besuchten Orten und ihren Erlebnissen berichten.
Die Teilnahme am Projekttag war damit nicht nur für die sechs Jugendlichen eine wertvolle Erfahrung, sondern zugleich ein wichtiger Beitrag zur gelebten UNESCO-Idee an unserer Schule. Sie zeigte eindrucksvoll, wie die Beschäftigung mit Geschichte dazu beitragen kann, junge Menschen für Menschenrechte, Demokratie, Toleranz und ein respektvolles Miteinander zu sensibilisieren.
