UNESCO

        • Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt

      • März 2026

        • Auf den Spuren des Osterpfades Vogtland

        • Vom 9. bis 12. März 2025 beschäftigte sich die Klasse 6b im Rahmen ihrer Projekttage intensiv mit dem Thema „Immaterielles Kulturerbe“ und dem Osterpfad Vogtland. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur viel über regionale Traditionen und österliches Brauchtum, sondern wurden auch selbst kreativ.

          Was ist eigentlich immaterielles Kulturerbe?

          Zu Beginn der Projekttage stand die Frage im Mittelpunkt, was unter „immateriellem Kulturerbe“ überhaupt zu verstehen ist. Anders als bei Burgen, Schlössern oder historischen Gegenständen geht es dabei um lebendige Traditionen, Bräuche, Wissen und Fertigkeiten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

          Nach einer allgemeinen Einführung beschäftigte sich die Klasse mit Beispielen des immateriellen Kulturerbes im Freistaat Thüringen. Von dort führte der Weg zu einem ganz besonderen Brauchtum unserer Region: dem Osterpfad Vogtland.

          Eine österliche Verbindung zwischen Thüringen und Sachsen

          Der Osterpfad Vogtland verbindet Orte der Vogtlandregion über die Landesgrenzen von Thüringen und Sachsen hinweg. Die Tradition reicht sogar bis nach Tschechien in die Egerlandregion.

          Im Mittelpunkt steht dabei ein Symbol, das wie kaum ein anderes mit Ostern verbunden ist: das Ei als Zeichen neuen Lebens. Zur Osterzeit werden Eier mit großer Sorgfalt bemalt, verziert und zu kunstvollen Dekorationen zusammengestellt. Brunnen erhalten farbenprächtige, mit Eiern geschmückte Kronen, während große Hasenfiguren in Vorgärten Szenen aus dem täglichen Leben darstellen.

          Die ovalen Flächen der Ostereier bieten dabei Raum für filigrane Muster, historische Motive und kunstvolle Handarbeit. Viele dieser Techniken und Gestaltungsideen werden über Generationen hinweg weitergegeben und gemeinsam gepflegt.

          Mittlerweile gehören zehn Orte zum Osterpfad Vogtland. Als Hauptstadt des vogtländischen Osterpfades gilt Berga/Elster. Auch Weida, die älteste Stadt der Region und „Wiege des Vogtlandes“, ist mit ihrem jährlich stattfindenden Ostermarkt auf der Osterburg Teil dieser Tradition. Weitere Orte des Osterpfades sind unter anderem Waltersdorf, Wolfersdorf und Greiz.

          Von der Recherche zur eigenen Ausstellung

          Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler mit den Grundlagen beschäftigt hatten, begann die praktische Arbeit. In kleinen Gruppen recherchierten sie zu den verschiedenen Orten des Osterpfades. Sie verfassten kurze Informationstexte, entwickelten passende Überschriften und bereiteten Materialien für eine Ausstellung vor.

          Am zweiten Projekttag standen außerdem die Vorbereitung der geplanten Exkursion und die Gestaltung von Wandzeitungen im Mittelpunkt. Diese sollten später im Rahmen einer Fachtagung präsentiert werden. So wurde aus den vielen gesammelten Informationen nach und nach eine anschauliche Präsentation des Osterpfades.

          Exkursion nach Berga/Elster

          Ein besonderer Höhepunkt der Projekttage war die Exkursion nach Berga/Elster. Vor Ort konnten die Schülerinnen und Schüler den Osterpfad selbst entdecken und verschiedene Standorte fotografieren. Außerdem besuchten sie die Ausstellung im Bürgerhaus und konnten so vieles von dem, was zuvor im Unterricht besprochen worden war, unmittelbar erleben.

          Besonders kreativ wurde es bei einem gemeinsamen Workshop mit Mitgliedern des Thükop e. V.. Unter fachkundiger Anleitung gestalteten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Ostereier.

          Dabei lernten sie eine besondere Maltechnik kennen: Zwei Farben werden gleichzeitig aufgetragen und so miteinander kombiniert, dass ein Blütenmotiv entsteht. Neben dieser Technik blieb genügend Raum für eigene Ideen und freie Gestaltung. So entstanden viele ganz unterschiedliche und individuelle Ostereier.

          Tradition selbst erleben und weitergeben

          Am vierten und letzten Projekttag blickte die Klasse auf die Exkursion zurück und wertete die gesammelten Eindrücke und Fotografien aus. Anschließend wurden die Texte, Überschriften und Wandzeitungen für die Präsentation während der Fachtagung fertiggestellt.

          Die vier Projekttage zeigten eindrucksvoll, dass immaterielles Kulturerbe nichts Verstaubtes oder längst Vergangenes ist. Traditionen bleiben gerade dadurch lebendig, dass Menschen sie gemeinsam pflegen, Wissen und Fertigkeiten weitergeben und auch junge Generationen daran teilhaben.

          Die Klasse 6b konnte den Osterpfad Vogtland deshalb nicht nur kennenlernen, sondern ein Stück weit selbst erleben: durch Recherchieren, Fotografieren, Gestalten und natürlich durch das Bemalen der eigenen Ostereier.

          So wurde aus einem regionalen Osterbrauch ein spannendes Projekt über Heimat, Gemeinschaft und die Weitergabe von Traditionen.

           

            Anja Küchler

          Klassenlehrerin

      • Dezember 2025

        • Gemeinschaft im Advent

        • Schülerinnen und Schüler unterstützen lebendigen Adventskalender

          Am Abend des 5. Dezember wurde es rund um das „Winkelmannsche Haus“ in Triebes besonders lebendig. Als das historische Gebäude ein Türchen des Lebendigen Adventskalenders öffnete, packten vier Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin tatkräftig mit an und unterstützten den Verein des Hauses bei der Ausrichtung des Abends.

          Mit großer Freundlichkeit und viel Engagement servierten die Fünftklässler den zahlreichen Gästen frisch zubereitete Suppen, die von Vereinsmitgliedern bereits vorgekocht worden waren. Dazu gab es wärmenden Glühwein sowie selbstgemachten Tee. Auch für den kleinen Hunger war gesorgt: Selbst gebackenes Brot und Plätzchen aus Kürbiskernen rundeten das Angebot ab – passend zur beliebten Kürbiskernsuppe.

          Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich dankbar für die liebevolle Bewirtung und die stimmungsvolle Atmosphäre. Besonders erfreulich war dabei das generationenübergreifende Miteinander: Junge Helferinnen und Helfer und engagierte Vereinsmitglieder gestalteten gemeinsam einen Abend, der Gemeinschaft und Zusammenhalt erlebbar machte.

          Mit ihrem Einsatz unterstützten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Tradition des lebendigen Adventskalenders, sondern trugen zugleich die Ziele der UNESCO-Projektschulen mit: Menschenrechts- und Demokratiebildung, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv für die Gemeinschaft einzusetzen. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie Lernen über den Klassenraum hinaus wirken kann – und wie Advent gelebte Solidarität bedeutet.

      • September 2025

        • Projekttag der UNESCO-Projektschulen Thüringens

        • Lernen auf dem Wasser und in der Natur

          Am 4. September 2025, dem Projekttag der UNESCO-Projektschulen Thüringens trafen sich rund 50 Schülerinnen und Schüler aus ganz unterschiedlichen Schulformen – von der 4. Klasse bis hin zur Berufsausbildung – gemeinsam mit ihren Schulkoordinatoren in Uhlstädt-Kirchhasel. In Zusammenarbeit mit dem Flößerverein Uhlstädt, Oberkrossen und Rückersdorf e.V. erlebten sie einen ereignisreichen und lehrreichen Tag im Zeichen der UNESCO-Ideale, der Natur und der regionalen Handwerkskunst.

          Im Mittelpunkt des Tages stand das traditionelle Flößerhandwerk, das den Jugendlichen auf anschauliche Weise im Flößermuseum nahegebracht wurde. Das Flößerhandwerk wurde 2022 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Die Mitglieder des Flößervereins erklärten nicht nur die Geschichte und Bedeutung des Flößens, sondern ließen die Schülerinnen und Schüler auch selbst aktiv werden. Beim sogenannten „Wieden-Drehen“ – dem Verbinden der Baumstämme mit Weidenruten – konnten sich die Teilnehmenden praktisch erproben und selbst Hand anlegen.

          Ein besonderes Highlight war die gemeinsame Floßfahrt auf der Saale. Mit Blick auf das grüne Ufer und unter fachkundiger Anleitung der Flößer bekamen die Schülerinnen und Schüler ein Gefühl dafür, wie es war, früher auf dem Wasser Holz zu transportieren – ein beeindruckendes Erlebnis für viele.

          Doch nicht nur das große Floß stand im Mittelpunkt: An einer weiteren Station bauten die Teilnehmenden in Kleingruppen Modellflöße, die sie kreativ gestalteten.

          Parallel dazu bemalten sie Holzbretter, welche die 6 Säulen des UNESCO-Logos repräsentieren sollen, mit ihren persönlichen Gedanken und Ideen. Frieden, Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung, interkulturelles Lernen, Welterbebildung und Demokratie gehören zu den täglichen Bildungs- und Erziehungsaufgaben an allen UNESCO-Projektschulen Thüringens. Besonders im Fokus unsere jungen Künstler standen dabei Themen wie „Zusammenleben in Vielfalt“, „Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter“ sowie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. So entstand eine kreative Gemeinschaftsarbeit über zentrale Zukunftsfragen – getragen von jungen Menschen unterschiedlichster Herkunft und Altersstufen.

          Dieses Säulen-Logo wird im Außenbereich des Flößermuseums Uhlstädt bis zum 17.10.2025 fest installiert, dem Tag, an welchem der von der UNESCO ausgerufenen Tag des immateriellen Kulturerbes feierlich begangen wird.

          Für die älteren Schülerinnen und Schüler bot der Tag zudem eine sportliche Herausforderung: Beim Bogenschießen konnten sie Konzentration und Zielgenauigkeit unter Beweis stellen – ein Angebot, das mit Begeisterung angenommen wurde.

          Zwischendurch stärkten sich Schülerinnen, Schüler, Lehrer und die Mitglieder des Flößervereins durch ein gemeinsames Mittagessen mit Thüringer Bratwurst – eine gemütliche Gelegenheit, um sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

          Ein herzlicher Dank gilt allen, die diesen Projekttag möglich gemacht haben.

          Besonders bedanken möchten wir uns bei Frau Schneegaß, der stellvertretenden Landeskoordinatorin der UNESCO-Projektschulen Thüringens. Mit großem Engagement übernahm sie die organisatorische und logistische Ausgestaltung des Projekttages und investierte viele Stunden in Absprachen, Telefonate und die schriftliche Vorbereitung.

          Ein weiterer Dank geht an Frau Madlen Möller, Schulkoordinatorin der Staatlichen Grundschule Uhlstädt-Kirchhasel, die als Ideengeberin und Mitorganisatorin maßgeblich zur Umsetzung des Projekttages beitrug.

          Ein großes Dankeschön richten wir auch an die engagierten Mitglieder des Flößervereins Uhlstädt-Kirchhasel, die mit ihren vielfältigen Angeboten für ein authentisches und spannendes Erleben gesorgt haben.

          Nicht zuletzt danken wir dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, insbesondere Frau Mucke, für die finanzielle Unterstützung der Projektaktivitäten.

          Der Projekttag war nicht nur eine Reise in die Vergangenheit des Flößens, sondern auch ein lebendiges Beispiel für gelebte UNESCO-Bildung: praxisnah, gemeinschaftlich und zukunftsorientiert. Ein Tag, der lange in Erinnerung bleiben wird – auf dem Floß, im Museum und in den Köpfen der Beteiligten.

      • Mai 2025

        • Gemeinsam Zeit schenken

        • Schülerfreiwilligentag im AWO Wohn- und Pflegeheim

          Menschenrechts- und Demokratiebildung zeigt sich besonders dort, wo junge Menschen Verantwortung übernehmen, sich gesellschaftlich engagieren und anderen Menschen mit Respekt und Wertschätzung begegnen. Eine besondere Gelegenheit dazu bot der Schülerfreiwilligentag am 17. Mai 2025, an dem die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 das AWO Wohn- und Pflegeheim am Wiesensteig in Triebes besuchten.

          Der Schülerfreiwilligentag hat an unserer Schule bereits Tradition. Regelmäßig nutzen unsere Jugendlichen diesen Tag, um soziale Einrichtungen in der Region kennenzulernen und sich aktiv einzubringen. Im Wohn- und Pflegeheim erhielten sie zunächst Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Hauses sowie in die vielfältigen und verantwortungsvollen Tätigkeiten der Pflegekräfte. Dabei erfuhren sie, wie wichtig Geduld, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit älteren und pflegebedürftigen Menschen sind.

          Im Mittelpunkt standen jedoch die persönlichen Begegnungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Jugendlichen kamen mit ihnen ins Gespräch, begleiteten sie bei Spaziergängen oder verbrachten die gemeinsame Zeit mit Gesellschaftsspielen. Dabei zeigte sich, dass Menschen unterschiedlicher Generationen trotz verschiedener Lebenserfahrungen schnell miteinander in Kontakt kommen können.

          Auch das gemeinsame Mittagessen trug zu einer angenehmen und ungezwungenen Atmosphäre bei. Schülerinnen und Schüler sowie Heimbewohner ließen sich gemeinsam Bratwürste, Kartoffelsalat und Getränke schmecken und nutzten die Zeit für weitere Gespräche.

          Der Freiwilligentag steht in enger Verbindung mit den Zielen unserer Menschenrechts- und Demokratiebildung. Demokratie bedeutet nicht nur, politische Zusammenhänge zu verstehen, sondern auch, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Dazu gehören Teilhabe, Inklusion, gegenseitige Rücksichtnahme und die Wertschätzung jedes einzelnen Menschen.

          Für unsere Schülerinnen und Schüler war der Besuch deshalb weit mehr als ein Tag außerhalb des Klassenzimmers. Sie konnten wichtige soziale Erfahrungen sammeln und erleben, dass ihr persönlicher Einsatz für andere Menschen von Bedeutung ist. Gleichzeitig wurden Kompetenzen wie Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein gestärkt.

          Der Schülerfreiwilligentag im AWO Wohn- und Pflegeheim zeigte damit anschaulich, wie Menschenrechts- und Demokratiebildung praktisch gelebt werden kann: durch Begegnung, gegenseitigen Respekt, gesellschaftliche Teilhabe und die Bereitschaft, füreinander Verantwortung zu übernehmen.

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